Volkszählung in Deutschland

Die erste gemeinsame Volkszählung der Mitgliedstaaten der Europäischen Union fand im Jahre 2011 statt. Die Nacharbeiten dauerten noch bis ins Jahr 2012. Ab 2013 wurden die Ergebnisse des Zensus 2011 veröffentlicht.

Die nächste Volkszählung in Europa und damit auch in Deutschland ist für 2021 geplant. Im Zensusvorbereitungsgesetz 2017 wurden die ersten Arbeiten und der Rahmen für den Zensus 2021 festgelegt.

Nicht jeder Bürger wird befragt

Bereits 2011 wurden nur zehn Prozent der Bevölkerung Haushalten befragt. Auch bei der kommenden Volkszählung werden nicht alle Einwohner befragt werden. Die erhobenen und gewonnenen Daten werden statistisch bearbeitet und hochgerechnet.

Wie viele Haushalte in der Befragung berücksichtigt werden und welche Fragen beim Zensus 2021 gestellt werden, steht noch nicht fest. Die näheren Eckdaten werden im Zensusgesetz, das noch ausstehend ist, festgeschrieben.

Zur Volkszählung gehört nicht nur die Befragung der Bevölkerung, sondern auch eine Gebäude- und Wohnungszählung. Hierbei werden alle Gebäude- und Wohnungsbesitzer angeschrieben, um Auskunft über die in ihrem Besitz befindlichen Immobilien zu erlangen.

Widerstand gegen den Zensus

2011 gab es einigen Widerstand gegen die Volkszählung. Eine Verfassungsbeschwerde gegen das Zensusgesetz wurde vom Bundesverfassungsgericht nicht zur Entscheidung angenommen. Diese Beschwerde hatte der Arbeitskreis Zensus initiiert. Er war von über 13.000 Bürgerinnen und Bürgern unterschrieben worden.

Auch während der Durchführung des Zensus gab es immer wieder ausgewählte Haushalte, die negativ auf den Besuch eines Interviewers oder einer Interviewerin reagierten.

Auch der Zensus 2021 wird in Teilen der Bevölkerung auf Ablehnung stoßen. Es gibt viele Menschen, die bei dieser Befragung das Gefühl haben, dass der Staat in das Privatleben seiner Bürger eingreift, und die dies nicht zulassen möchten.

Auch ist das Ziel der Volkszählung 2011, nämlich zu klären, ob es genügend Wohnraum, Schulen, Studienplätze oder Altersheime gibt oder wo Investitionen für die Bürger und Bürgerinnen seitens des Staates vonnöten sind, nicht erreicht worden. Daher stellen sich viele die Frage, welchen Sinn diese neue Volkszählung macht.

Die Europäische Union

Hier kommt die EU ins Spiel. Denn die hat ihre Mitgliedsstaaten zur regelmäßigen Durchführung von Volks-, Wohnungs- und Gebäudezählungen im Abstand von zehn Jahren verpflichtet. Der Zensus 2011 war die erste Zählung die europaweit stattgefunden hat. So lässt der zweite Zensus 2021 hoffen, dass aus den Erfahrungen von vor zehn Jahren gelernt wurde und dass die dieses Mal erhobenen Daten auch einen positiven Effekt auf die Bürger haben.

Wenn der Befragungstermin kommt

Ist man selbst als Haushalt ausgewählt, am Zensus teilzunehmen, findet man eine Terminkarte im Briefkasten. Man hat dann die Möglichkeit, sich zu weigern an der Befragung teilzunehmen. Das hat aber wenig Zweck, denn eine Weigerung kann im äußersten Fall zu einer Geldstrafe oder zur Beugehaft führen. Die Fragen muss man danach noch immer beantworten.

Man kann den Fragebogen auch selbst – auch online – ausfüllen. Oder man empfängt den Befrager oder die Befragerin. Wenn man will, kann man auch bei deineTorte etwas für den Termin bestellen und sich so den Interview-Besuch und das Gespräch versüßen.

Dann kann man sich wieder anderen Dingen widmen und der Staat hat seine Daten schnell gesammelt.

Die Zuwanderung

Im Jahr 2017 ist in Deutschland die Zahl der Menschen, die einen Migrationshintergrund haben, auf 19,3 Millionen gestiegen, das sind um 4,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Dadurch machen Migranten 23,6 Prozent der Gesamtbevölkerung aus.

Als Menschen mit Migrationshintergrund werden jene Personen bezeichnet, die entweder selber oder von denen mindestens ein Elternteil mit einer ausländischen Staatsbürgerschaft geboren wurde.

Die größte Migrantengruppe bilden in Deutschland mit Abstand die Türken mit circa 15 Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund, elf Prozent kommen aus Polen, sieben Prozent aus Russland und sechs Prozent aus Kasachstan.

Einerseits sind in den letzten Jahren, nicht zuletzt wegen der Einladung Merkels viele Flüchtlinge nach Deutschland gekommen und haben die Bundesrepublik zu einem der bedeutendsten Einwanderungsländer der Welt gemacht. Andererseits sind es aber bei Weitem nicht nur Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen. Auch viele Bürger der Europäischen Union nützen die Personenfreizügigkeit und kommen nach Deutschland, um sich hier anzusiedeln. Dass auch so viele Europäer, vor allem aus den Ländern des Ostens, nach Deutschland kommen, ist vor allem der wirtschaftlichen Entwicklung zu schulden, die auf viele arbeitswillige Einwanderer wie ein regelrechter Jobmagnet wirkt. Die meisten Arbeitsmigranten, die in den letzten Jahren nach Deutschland kamen, stammen aus Rumänien, Bulgarien und Polen.

Die Abwanderung

Während Deutschland einerseits mit der Zuwanderung und Flüchtlingsströmen kämpft, sind es aber auch die Deutschen, die in großen Zahlen das eigene Land verlassen. So waren es im Jahr 2016 immerhin 281.000 Deutsche, die ausgewandert sind.

Immerhin bilden die Deutschen beispielsweise in Österreich die größte Gruppe an Zuwanderern, noch weit vor Türken oder Menschen aus Ex-Jugoslawien.

Zu den Auswanderern gehören vor allem junge und qualifizierte Menschen, ein großer Teil von ihnen sind Akademiker und Führungskräfte. Rund 70 Prozent machen die hochqualifizierten Auswanderer aus.

Als Hauptgründe für die Auswanderung geben über 70 Prozent an, dass sie im Ausland neue Erfahrungen machen möchten, rund zwei Drittel geht aus beruflichen Gründen ins Ausland, die Hälfte der Auswanderer verlässt Deutschland aufgrund des Partners oder der Familie, über 40 Prozent geben an, sich einen höheren Lebensstandard zu erwarten oder aufgrund der Unzufriedenheit in Deutschland das Land für immer zu verlassen.

In den letzten Jahren zog es die meisten Deutschen in die Schweiz, nach Österreich oder in die USA. Erstaunlicherweise nimmt Polen bereits den vierten Platz als Auswanderungsziel ein, gefolgt von Großbritannien, Spanien, Frankreich und der Türkei.

Befragungen zufolge werden aber nicht alle Auswanderer in ihrem Zielland glücklich.

Bevölkerungswanderung

Die Bevölkerungswanderung bezeichnet einerseits die Ab- und Zuwanderung von einem Land, andererseits werden mit der Bevölkerungswanderung aber auch Ströme innerhalb von Ländern und Regionen gemessen.

Sowohl in Deutschland als auch in vielen anderen Regionen der Welt ist eine immer stärkere Abwanderung von ländlichen Regionen in die städtischen Ballungszentren zu beobachten. Dies hat zum einen zur Folge, dass am Land in erster Linie alte Menschen zurückbleiben, und zum anderen, dass der Wohnraum in den Städten immer teurer und weniger leistbar wird.

In Regionen, wo es verschlafen wurde, am wirtschaftlichen Aufschwung teilzunehmen, bleibt jungen Menschen oft keine andere Wahl, als in die Städte oder in andere Regionen zu ziehen. Schließlich ist der Hauptgrund für einen Umzug in eine andere Region die Arbeit beziehungsweise die Ausbildung. Der zweithäufigste Grund, seine Heimat zu verlassen, sind die Partnerschaft und Familie.

Menschen, die in eine andere Region ziehen, haben es manchmal schwerer, als sie es im Vorfeld erwarten würden. Erstens fehlen am neuen Wohnort meist vertraute Menschen wie Freunde und Familie, andererseits ist es nicht immer ganz einfach, in der neuen Heimat Anschluss zu finden. Nicht jede Region macht es ihren Zuwanderern leicht, einer von ihnen zu werden. Besonders schwierig ist das in vielen Gegenden Bayerns oder Baden-Württembergs.

Junge Menschen erleben oft schon vor dem Eintritt in die Universität, dass sie eine große örtliche Flexibilität mitbringen müssen, um ihr Wunschstudium durchführen zu können. Diesen Menschen fällt es auch später leichter, in einer neuen Region oder gar im Ausland Fuß zu fassen.

Eine weitere Herausforderung für Menschen, die ihre Heimat verlassen sind oft die Mentalitätsunterschiede und die damit verbundenen Missverständnisse und Konflikte zwischen alter und neuer Heimat. Viele stellen fest, dass Deutschland doch eben nicht überall gleich ist.

Die Bevölkerungswanderung innerhalb Deutschlands

 

 

Innerhalb Deutschlands gibt es große Bevölkerungswanderungen. Aufgrund von Angeboten am Arbeits-, Bildungs- und Wohnungsmarkt sowie durch eine veränderte Infrastruktur fand in den letzten zwanzig Jahren innerhalb Deutschlands eine große Bewegung von Ost nach West und von Nord nach Süd statt.

Bereits nach dem Mauerfall konnte ein enormer Wechsel von Ost- nach Westdeutschland verzeichnet werden. Innerhalb von 25 Jahren sind rund 1,8 Millionen Menschen von Ostdeutschland in den Westen gezogen.

Dabei bildeten junge Menschen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren mit über einem Drittel die größte Abwanderungsgruppe in den Westen. Seit wenigen Jahren gibt es aber besonders in Stätten wie Berlin und Leipzig wieder eine große Zuwanderung. Als Gründe dafür dienen eine stark wachsende Start-up-Szene in Berlin und der Automobilbau und die Messe in Leipzig.

Auch kommen wieder viele junge, gut ausgebildete Menschen, die in den Westen gezogen waren, nach Ostdeutschland zurück. Nicht zuletzt, weil die Mietpreise und Immobilien dort deutlich billiger sind als in vielen Regionen Westdeutschlands. Außerdem macht es die zunehmende Digitalisierung möglich, ein Online-Business zu starten oder von einem beliebigen Ort aus zu arbeiten. Dadurch ist es möglich geworden, ein gutes Einkommen mit niedrigeren Lebenshaltungskosten im Osten zu kombinieren.