Bevölkerungswanderung

Die Bevölkerungswanderung bezeichnet einerseits die Ab- und Zuwanderung von einem Land, andererseits werden mit der Bevölkerungswanderung aber auch Ströme innerhalb von Ländern und Regionen gemessen.

Sowohl in Deutschland als auch in vielen anderen Regionen der Welt ist eine immer stärkere Abwanderung von ländlichen Regionen in die städtischen Ballungszentren zu beobachten. Dies hat zum einen zur Folge, dass am Land in erster Linie alte Menschen zurückbleiben, und zum anderen, dass der Wohnraum in den Städten immer teurer und weniger leistbar wird.

In Regionen, wo es verschlafen wurde, am wirtschaftlichen Aufschwung teilzunehmen, bleibt jungen Menschen oft keine andere Wahl, als in die Städte oder in andere Regionen zu ziehen. Schließlich ist der Hauptgrund für einen Umzug in eine andere Region die Arbeit beziehungsweise die Ausbildung. Der zweithäufigste Grund, seine Heimat zu verlassen, sind die Partnerschaft und Familie.

Menschen, die in eine andere Region ziehen, haben es manchmal schwerer, als sie es im Vorfeld erwarten würden. Erstens fehlen am neuen Wohnort meist vertraute Menschen wie Freunde und Familie, andererseits ist es nicht immer ganz einfach, in der neuen Heimat Anschluss zu finden. Nicht jede Region macht es ihren Zuwanderern leicht, einer von ihnen zu werden. Besonders schwierig ist das in vielen Gegenden Bayerns oder Baden-Württembergs.

Junge Menschen erleben oft schon vor dem Eintritt in die Universität, dass sie eine große örtliche Flexibilität mitbringen müssen, um ihr Wunschstudium durchführen zu können. Diesen Menschen fällt es auch später leichter, in einer neuen Region oder gar im Ausland Fuß zu fassen.

Eine weitere Herausforderung für Menschen, die ihre Heimat verlassen sind oft die Mentalitätsunterschiede und die damit verbundenen Missverständnisse und Konflikte zwischen alter und neuer Heimat. Viele stellen fest, dass Deutschland doch eben nicht überall gleich ist.

Die Bevölkerungswanderung innerhalb Deutschlands

 

 

Innerhalb Deutschlands gibt es große Bevölkerungswanderungen. Aufgrund von Angeboten am Arbeits-, Bildungs- und Wohnungsmarkt sowie durch eine veränderte Infrastruktur fand in den letzten zwanzig Jahren innerhalb Deutschlands eine große Bewegung von Ost nach West und von Nord nach Süd statt.

Bereits nach dem Mauerfall konnte ein enormer Wechsel von Ost- nach Westdeutschland verzeichnet werden. Innerhalb von 25 Jahren sind rund 1,8 Millionen Menschen von Ostdeutschland in den Westen gezogen.

Dabei bildeten junge Menschen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren mit über einem Drittel die größte Abwanderungsgruppe in den Westen. Seit wenigen Jahren gibt es aber besonders in Stätten wie Berlin und Leipzig wieder eine große Zuwanderung. Als Gründe dafür dienen eine stark wachsende Start-up-Szene in Berlin und der Automobilbau und die Messe in Leipzig.

Auch kommen wieder viele junge, gut ausgebildete Menschen, die in den Westen gezogen waren, nach Ostdeutschland zurück. Nicht zuletzt, weil die Mietpreise und Immobilien dort deutlich billiger sind als in vielen Regionen Westdeutschlands. Außerdem macht es die zunehmende Digitalisierung möglich, ein Online-Business zu starten oder von einem beliebigen Ort aus zu arbeiten. Dadurch ist es möglich geworden, ein gutes Einkommen mit niedrigeren Lebenshaltungskosten im Osten zu kombinieren.