Globale Völkerwanderung

Solange das Gefälle des Wohlstands in unterschiedlichen Teilen der Welt immer größer wird, drängen immer Menschen von den armen Ländern in die vermeintlich guten reichen Länder. Doch viele von diesen Zuwanderern müssen dann in ihrem Zielland feststellen, dass sie nicht willkommen sind.

Unterteilt man die globale Wirtschaft in Gruppen der Bevölkerung, dann stellt man fest, dass vor allem zwei Gruppen um die weltweite Vorherrschaft ringen. Das sind zum einen die Ostasiaten, zu denen in erster Linie Länder wie Japan, China, Vietnam und Korea zählen, und zum anderen die so bezeichneten Europäiden, zu denen natürlich Europa, die USA und auch Israel gehören. Demnach stehen 1,1 Milliarden Europäide im Wettbewerb 1,7 Milliarden Ostasiaten gegenüber.

Gemeinsam erwirtschaften diese Staaten mit einer Bevölkerung von rund 2,8 Milliarden Menschen drei Viertel des Weltprodukts. Die restlichen 4,5 Milliarden Menschen bleiben mit einem großen Abstand zurück und immer mehr von ihnen möchten auch etwas vom großen Kuchen der Länder der Europäiden abhaben. Vor allem weil es hierzulande Sozialgelder gibt, die man in Ostasien nicht kennt, ist besonders Europa für Zuwanderer so beliebt.

So machten sich bisher schon mehrere Hunderte Millionen Afrikaner und Araber auf den Weg nach Europa. Die Folge sind beinahe tägliche Dramen mit Flüchtlingsbooten auf dem Mittelmeer und einer immer restriktiver werdende Flüchtlingspolitik in vielen Ländern Europas, was auch mit einem sehr deutlichen Rechtsruck einiger europäischer Regierungen einhergeht. Immer häufiger werden im Schengenraum Grenzkontrollen wieder eingeführt, um so viele Flüchtlinge und Schlepper wie möglich abzuhalten. Immer öfter wird die Flüchtlingspolitik in Europa zum Wahlkampfthema Nummer eins und spaltet Nationen.

Während viele Europäer befürchten, dass andere Kulturen und Religionen hierzulande überhand nehmen, kämpfen weltweit Millionen Menschen in Flüchtlingscamps ums Überleben und träumen davon, doch noch irgendwann einmal ein besseres Leben zu haben.

Noch gibt es keine Lösung für dieses Dilemma und viele menschliche Schicksale bleiben auf der Strecke.

Die Sterblichkeitsrate und Todesursachen weltweit

Wer sich die Geburten und Todesfälle weltweit in Echtzeit ansehen möchte, der sollte sich diese Karte nicht entgehen lassen.

Der US-Mathematiker Brad Lyon hat sich die Mühe gemacht, die Entwicklung der Weltbevölkerung in den nächsten 30 Jahren zu simulieren. Er geht in seiner Animation davon aus, dass bis dahin die Bevölkerung von sieben auf neun Milliarden ansteigen wird. Dies bedeutet, dass derzeit für jeden Todesfall auf der Welt 2,5 Menschen geboren werden.

Statistiken zeigen an, dass weltweit eine von zehn Personen an den Folgen des Rauchens stirbt, wie etwa an einem Schlaganfall, Lungenerkrankungen oder an einem Herzinfarkt. Rund 80 Prozent der Menschen, die durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen sterben, hätten ihren Tod durch regelmäßigen Sport, eine gesündere Ernährung und den Verzicht auf das Rauchen vermeiden können.

Weltweit sind zwei Drittel aller Todesfälle auf Krankheiten zurückzuführen, die nicht übertragbar sind, die häufigste Erkrankung davon ist Diabetes mellitus, unter der weltweit beinahe jeder zehnte Mensch leidet.

Bedauerlicherweise ist die Zahl der Verkehrstoten weltweit gestiegen. dies bedeutet dass beinahe 3.500 Menschen täglich durch Verkehrsunfälle ums Leben kommen. Der Anstieg liegt vor allem daran, dass durch den wirtschaftlichen Aufschwung mehr Menschen motorisierte Fahrzeuge besitzen und es somit auch mehr Verkehrstote gibt.

Bei Kindern ist die häufigste Todesursache eine Frühgeburt. Weltweit kommen rund 15 Millionen Babys vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt. Es sind vor allem die Komplikationen, die mit einer Frühgeburt verbunden sind, die jährlich rund eine Million Sterbefälle bei Babys verursachen, dabei könnte laut WHO mehr als 75 Prozent der Kinder durch relativ einfache und auch preiswerte Mittel das Leben gerettet werden.

Studien bringen auch die traurige Wahrheit zu Tage, dass jährlich rund neun Millionen Menschen weltweit aufgrund der Umweltverschmutzung sterben. Dies können Schadstoffe im Wasser, in der Luft oder im Boden sein. Dabei lösen diese meist Herzerkrankungen, Lungenkrebs oder Schlaganfälle aus. Gerade in Ländern, wo die Industrialisierung in einem enormen Tempo voranschreitet, sind die Auswirkungen der Umweltverschmutzung sehr stark zu spüren. Besonders China, Indien, Pakistan, Madagaskar und Bangladesch leiden unter dieser Entwicklung.

Die mit Abstand größte Gefahr ist die Umweltverschmutzung, der jährlich 6,5 Millionen Todesfälle zum Opfer fallen, gefolgt von verschmutztem Wasser, mit dem Infektionen übertragen werden und an dem 1,8 Millionen Menschen jährlich sterben. Somit kommen gerade in den oben genannten Ländern mehr Menschen durch Umweltverschmutzung ums Leben als durch Aids, Malaria oder Tuberkulose.

Weltweite Bevölkerungsstruktur

Die Weltbevölkerung betrug 7,42 Milliarden Menschen im Jahr 2016. Der mit Abstand größte Teil der Bevölkerung, 59,8 Prozent, lebt in Asien, nicht zuletzt aufgrund der beiden bevölkerungsreichsten Länder auf unserem Planeten, China und Indien. In Afrika leben 16,2 Prozent der Weltbevölkerung, in Amerika 13,5 Prozent der Weltbevölkerung und in Europa 10 Prozent der Weltbevölkerung.

Der bevölkerungsreichste Staat ist mit 1,39 Milliarden Menschen China, immerhin leben 18,7 Prozent der gesamten Weltbevölkerung im Reich der Mitte. Dicht gefolgt wird China von Indien mit 1,33 Milliarden Menschen, die 17,9 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen. Es ist beeindruckend, dass die USA, die mit einer Einwohnerzahl von 324 Millionen Menschen bei 4,4 Prozent der Weltbevölkerung liegen, so einen großen Abstand zu den bevölkerungsreichsten Staaten der Erde haben.

Die am dichtesten bevölkerten Staaten der Welt sind die sogenannten Zwergstaaten, die gleichzeitig Städte sind. Dabei liegt Monaco mit circa 19.000 Einwohnern pro Quadratkilometern an absoluter Spitze. Gefolgt wird es von Singapur mit 8.000 Einwohnern und dem Vatikanstaat mit 1.900 Einwohnern pro Quadratkilometer. Abgesehen von diesen Stadtstaaten weist Bangladesch mit 1.100 Einwohnern pro Quadratkilometern die größte Bevölkerungsdichte auf. In Deutschland leben auf einem Quadratkilometer durchschnittlich 230 Einwohner.

Volkszählung in Deutschland

Die erste gemeinsame Volkszählung der Mitgliedstaaten der Europäischen Union fand im Jahre 2011 statt. Die Nacharbeiten dauerten noch bis ins Jahr 2012. Ab 2013 wurden die Ergebnisse des Zensus 2011 veröffentlicht.

Die nächste Volkszählung in Europa und damit auch in Deutschland ist für 2021 geplant. Im Zensusvorbereitungsgesetz 2017 wurden die ersten Arbeiten und der Rahmen für den Zensus 2021 festgelegt.

Nicht jeder Bürger wird befragt

Bereits 2011 wurden nur zehn Prozent der Bevölkerung Haushalten befragt. Auch bei der kommenden Volkszählung werden nicht alle Einwohner befragt werden. Die erhobenen und gewonnenen Daten werden statistisch bearbeitet und hochgerechnet.

Wie viele Haushalte in der Befragung berücksichtigt werden und welche Fragen beim Zensus 2021 gestellt werden, steht noch nicht fest. Die näheren Eckdaten werden im Zensusgesetz, das noch ausstehend ist, festgeschrieben.

Zur Volkszählung gehört nicht nur die Befragung der Bevölkerung, sondern auch eine Gebäude- und Wohnungszählung. Hierbei werden alle Gebäude- und Wohnungsbesitzer angeschrieben, um Auskunft über die in ihrem Besitz befindlichen Immobilien zu erlangen.

Widerstand gegen den Zensus

2011 gab es einigen Widerstand gegen die Volkszählung. Eine Verfassungsbeschwerde gegen das Zensusgesetz wurde vom Bundesverfassungsgericht nicht zur Entscheidung angenommen. Diese Beschwerde hatte der Arbeitskreis Zensus initiiert. Er war von über 13.000 Bürgerinnen und Bürgern unterschrieben worden.

Auch während der Durchführung des Zensus gab es immer wieder ausgewählte Haushalte, die negativ auf den Besuch eines Interviewers oder einer Interviewerin reagierten.

Auch der Zensus 2021 wird in Teilen der Bevölkerung auf Ablehnung stoßen. Es gibt viele Menschen, die bei dieser Befragung das Gefühl haben, dass der Staat in das Privatleben seiner Bürger eingreift, und die dies nicht zulassen möchten.

Auch ist das Ziel der Volkszählung 2011, nämlich zu klären, ob es genügend Wohnraum, Schulen, Studienplätze oder Altersheime gibt oder wo Investitionen für die Bürger und Bürgerinnen seitens des Staates vonnöten sind, nicht erreicht worden. Daher stellen sich viele die Frage, welchen Sinn diese neue Volkszählung macht.

Die Europäische Union

Hier kommt die EU ins Spiel. Denn die hat ihre Mitgliedsstaaten zur regelmäßigen Durchführung von Volks-, Wohnungs- und Gebäudezählungen im Abstand von zehn Jahren verpflichtet. Der Zensus 2011 war die erste Zählung die europaweit stattgefunden hat. So lässt der zweite Zensus 2021 hoffen, dass aus den Erfahrungen von vor zehn Jahren gelernt wurde und dass die dieses Mal erhobenen Daten auch einen positiven Effekt auf die Bürger haben.

Wenn der Befragungstermin kommt

Ist man selbst als Haushalt ausgewählt, am Zensus teilzunehmen, findet man eine Terminkarte im Briefkasten. Man hat dann die Möglichkeit, sich zu weigern an der Befragung teilzunehmen. Das hat aber wenig Zweck, denn eine Weigerung kann im äußersten Fall zu einer Geldstrafe oder zur Beugehaft führen. Die Fragen muss man danach noch immer beantworten.

Man kann den Fragebogen auch selbst – auch online – ausfüllen. Oder man empfängt den Befrager oder die Befragerin. Wenn man will, kann man auch bei deineTorte etwas für den Termin bestellen und sich so den Interview-Besuch und das Gespräch versüßen.

Dann kann man sich wieder anderen Dingen widmen und der Staat hat seine Daten schnell gesammelt.

Die Zuwanderung

Im Jahr 2017 ist in Deutschland die Zahl der Menschen, die einen Migrationshintergrund haben, auf 19,3 Millionen gestiegen, das sind um 4,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Dadurch machen Migranten 23,6 Prozent der Gesamtbevölkerung aus.

Als Menschen mit Migrationshintergrund werden jene Personen bezeichnet, die entweder selber oder von denen mindestens ein Elternteil mit einer ausländischen Staatsbürgerschaft geboren wurde.

Die größte Migrantengruppe bilden in Deutschland mit Abstand die Türken mit circa 15 Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund, elf Prozent kommen aus Polen, sieben Prozent aus Russland und sechs Prozent aus Kasachstan.

Einerseits sind in den letzten Jahren, nicht zuletzt wegen der Einladung Merkels viele Flüchtlinge nach Deutschland gekommen und haben die Bundesrepublik zu einem der bedeutendsten Einwanderungsländer der Welt gemacht. Andererseits sind es aber bei Weitem nicht nur Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen. Auch viele Bürger der Europäischen Union nützen die Personenfreizügigkeit und kommen nach Deutschland, um sich hier anzusiedeln. Dass auch so viele Europäer, vor allem aus den Ländern des Ostens, nach Deutschland kommen, ist vor allem der wirtschaftlichen Entwicklung zu schulden, die auf viele arbeitswillige Einwanderer wie ein regelrechter Jobmagnet wirkt. Die meisten Arbeitsmigranten, die in den letzten Jahren nach Deutschland kamen, stammen aus Rumänien, Bulgarien und Polen.

Die Abwanderung

Während Deutschland einerseits mit der Zuwanderung und Flüchtlingsströmen kämpft, sind es aber auch die Deutschen, die in großen Zahlen das eigene Land verlassen. So waren es im Jahr 2016 immerhin 281.000 Deutsche, die ausgewandert sind.

Immerhin bilden die Deutschen beispielsweise in Österreich die größte Gruppe an Zuwanderern, noch weit vor Türken oder Menschen aus Ex-Jugoslawien.

Zu den Auswanderern gehören vor allem junge und qualifizierte Menschen, ein großer Teil von ihnen sind Akademiker und Führungskräfte. Rund 70 Prozent machen die hochqualifizierten Auswanderer aus.

Als Hauptgründe für die Auswanderung geben über 70 Prozent an, dass sie im Ausland neue Erfahrungen machen möchten, rund zwei Drittel geht aus beruflichen Gründen ins Ausland, die Hälfte der Auswanderer verlässt Deutschland aufgrund des Partners oder der Familie, über 40 Prozent geben an, sich einen höheren Lebensstandard zu erwarten oder aufgrund der Unzufriedenheit in Deutschland das Land für immer zu verlassen.

In den letzten Jahren zog es die meisten Deutschen in die Schweiz, nach Österreich oder in die USA. Erstaunlicherweise nimmt Polen bereits den vierten Platz als Auswanderungsziel ein, gefolgt von Großbritannien, Spanien, Frankreich und der Türkei.

Befragungen zufolge werden aber nicht alle Auswanderer in ihrem Zielland glücklich.

Die Sterblichkeitsrate in Deutschland

Die Sterblichkeitsrate oder auch als Mortalität bezeichnet, gibt an wie viele Todesfälle es bezogen auf die Gesamtbevölkerung gibt.

Die Zahl der Todesfälle pro Zeit und pro Gesamtbevölkerung, zum Beispiel pro Jahr auf 1000 Personen, wird als rohe Mortalität bezeichnet.

Außerdem wird die Sterblichkeitsrate nach Altersklassen angezeigt, wie beispielsweise die Kindersterblichkeit. Wenn man die Sterblichkeitsrate auf die Zahl aller an einer Krankheit Leidenden ausdrückt, spricht man von einer Letalität. Spricht man von Mütter- oder Säuglingssterblichkeit, leitet man die Zahl von der Zahl der Geburten und nicht von der Gesamtbevölkerung ab.

Eine Mortalitätskurve zeigt an, wie hoch die Sterblichkeit im Altersverlauf ist. Dabei wird auf der Y-Achse die Sterberate dargestellt und auf der x-Achse die Alter. So zeigt sich bei Mortalitätskurven von Deutschland, das die Sterberate im ersten Jahr in etwa auf dem gleichen Wert ist, wie bei 50-Jährigen, was mit dem doch noch immer bestehenden Risiko einer Säuglings- und Kleinkindersterblichkeit zusammenhängt. In der Folge nimmt die Sterblichkeitsrate aber sehr stark ab und ist bei einem Alter von etwa acht Jahren auf einem absoluten Tiefpunkt.

Es ist bedenklich, dass in Deutschland die Säuglingssterblichkeit höher ist als in den Nachbarländern. Immerhin stirbt hierzulande noch immer jedes 300. Baby im ersten Lebensjahr. Nicht nur die skandinavischen Länder haben hier deutlich niedrigere Werte, auch Länder wie Österreich, Frankreich, Italien, Spanien und Griechenland schneiden besser ab.

Manche Ärzte begründen dies damit, dass die Mütter heute ihre Kinder in einem deutlich höheren Alter bekommen als früher, was mit einem erhöhten Risiko für Frühgeburten einhergeht. Immerhin ist der Anteil der Frühgeburten in Deutschland in den letzten zwanzig Jahren von 7,6 auf 9,2 Prozent angestiegen.

Es kann auch beobachtet werden, dass die Säuglingssterblichkeit in schwächeren sozialen Gruppen am höchsten ist, weil die werdenden Mütter hier häufiger rauchen oder weniger auf ihre Gesundheit während der Schwangerschaft achten. So kann beispielsweise beobachtet werden, dass in Regionen, die von einer hohen Arbeitslosigkeit betroffen sind bzw. in denen ein hoher Anteil an Sozialhilfeempfängern lebt, die Säuglingssterblichkeit am höchsten ist.

Interessant ist, dass Unfälle mit fast 50 Prozent die häufigste Todesursache sind. Besonders in der Gruppe der 15- bis 20-Jährigen sind Unfälle das größte Risiko für den Tod, gefolgt von Mord und Suizid. Auch mit dem zunehmenden Alter bleiben die Unfallhäufigkeit und die Suizidrate relativ unverändert. Erst ab einem Alter von 50 bis 60 Jahren bilden Krankheiten den größten Teil der Todesursachen.

Neben der Sterblichkeitsrate wird in demografischen Daten oft die durchschnittliche Lebenserwartung herangezogen.

Die Geburtenrate weltweit

Die Geburtenrate aller entwickelten Länder der Welt liegt derzeit bei 1,6 Kindern pro Frau. Von etwa 200 Ländern der Welt bekommen in rund 90 Ländern Frauen durchschnittlich 2,1 oder weniger Kinder. Unter diese Länder fallen nicht nur jene aus Europa, sondern auch Länder, die demografisch schwer ins Gewicht fallen wie China, Japan und Brasilien. Auch in Ländern, in denen es von Seiten des Staates leicht gemacht wird, Beruf und Kinder gut unter einen Hut zu bringen, wie dies etwa in Skandinavien, Frankreich oder den Niederlanden der Fall ist, bekommen die Frauen im Durchschnitt maximal zwei Kinder.

Dies bedeutet, dass mittlerweile die Hälfte der weltweiten Bevölkerung in Ländern lebt, in denen die Geburtenrate den Bestand an Bewohnern nicht mehr halten kann. In fast ganz Europa bekommen die Frauen heute rund ein Kind weniger als ihre Eltern Kinder bekommen haben, und sogar um zwei Kinder weniger ihre Großeltern.

Besonders stark ist der Geburtenrückgang in Entwicklungs- und Schwellenländern. In Brasilien beispielsweise ist die Zahl der Kinder, die eine Frau im Durchschnitt zur Welt bringt, in den letzten 30 Jahren von 4,3 Kindern auf nur 1,9 Kinder gesunken, in Bangladesch ging die Zahl von 6,6 Kindern pro Frau auf 2,3 Kinder pro Frau zurück. Ein Extremfall ist der Iran, hier sank die Zahl von sieben Kindern pro Frau auf 1,8 Kinder pro Frau.

Auch in diesen Ländern gelten ähnliche Erklärungen für den Geburtenrückgang wie in westlichen Industrienationen. Indem sich die Überlebenschancen für Kinder verbessert haben, können sich die armen Menschen weniger Nachwuchs leisten, ohne damit auf die traditionelle Absicherung im Alter verzichten zu müssen.

Man kann auf der ganzen Welt beobachten, dass in den Ländern, in denen sich landwirtschaftliche Lebensgemeinschaften zu Wissens- und Industriegemeinschaften entwickeln, die Kinder vom Produktions- zum Kostenfaktor werden. Auch eine staatliche Absicherung im Alter führt dazu, dass ein Grund für viele eigene Kinder verloren geht.

Wenn in Ländern die Einkommen und der Lebensstandard steigen, wird der Kinderwunsch häufig vom Wunsch nach Selbstverwirklichung und Konsumgütern verdrängt.

Auch die Entwicklung der Frauen hat einen großen Einfluss auf die Geburtenraten. Überall da, wo sich die hierarchischen Differenzen zwischen Mann und Frau auflösen und Frauen einen Zugang zur Bildung und zum Arbeitsmarkt haben, schwindet für Frauen die Notwendigkeit, sich an einen Mann als Versorger zu binden, was früher am besten mit einer großen Kinderschar gelang. Immerhin gilt in allen Gesellschaften der Welt die Bildung der Frau als das wirkungsvollste Verhütungsmittel.

Demnach zeigt sich weltweit das gleiche Phänomen: Wohlstand, Bildung und eine größere persönliche Freiheit sind der Auslöser, dass sich die Menschen mit Familienplanung beschäftigen und die Kinder nicht mehr als Fügung des Schicksals hingenommen werden. Man kann auch beobachten, dass ab einem gewissen Bildungsgrad Paare durchschnittlich weniger als zwei Kinder planen.

Bevölkerungsstruktur in Deutschland

Aus Daten des statistischen Bundesamts geht hervor, dass im Jahr 2016 die Einwohnerzahl in Deutschland 82,52 Millionen Menschen betrug. Das Bundesland, in dem die meisten Menschen wohnen, ist nicht etwa auch das flächenmäßig am größten, sondern es ist Nordrhein-Westfalen. Die zweitmeisten Menschen wohnen im Bundesland Bayern, danach kommt Baden-Württemberg. Es ist naheliegend, dass in den drei Stadtstaaten, Hamburg, Berlin und Bremen, die Bevölkerungsdichte mit Abstand am größten ist.

Im Jahr 2017 gab es in Deutschland rund 11,58 Millionen Familien, wobei der größte Anteil, rund 5,95 Millionen, auf Familien mit nur einem Kind entfällt. 1,93 Millionen Familien haben drei oder mehrere Kinder. Zudem leben in Deutschland rund 9,7 Millionen Ehepaare, die keine Kinder haben, alleinerziehende Elternteile gab es im Jahr 2017 in Deutschland circa 2,62 Millionen.

Im Jahr 2017 wurden in Deutschland 785.000 Menschen geboren, die meisten davon im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Allerdings ist aus den Statistiken klar ersichtlich, dass in den neuen Bundesländern Thüringen, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern die meisten Kinder pro Frau geboren werden. Betrachtet man das Alter der Mütter, werden die meisten Kinder mit 31 Jahren.

Die Sterbefälle liegen im Jahr 2017 bei 932.000 und sind somit deutlich höher als die Geburten.

Demografischer Wandel und die Macht der Prognosen

Im Durchschnitt bekommen die Deutschen 1,5 Kinder. Doch die Zahl der Bevölkerung und somit die Bevölkerungsdichte in Deutschland ist noch von weiteren Faktoren abhängig, die in diesem Beitrag näher beleuchtet werden sollen. Denn die Zahlen, Prognosen und Werte zeigen vor allem eines: keine rosige Zukunft und das liegt vordergründig an den folgenden Faktoren.

Welche Faktoren spielen eine entscheidende Rolle?

Es ist selbstverständlich nicht nur die Geburtenrate, die in Deutschland zum Tragen kommt. Denn im gleichen Atemzug muss auch die Sterberate der Bevölkerung angeschaut werden. Es ist kein Geheimnis, dass die Lebenserwartung steigt und die Bürgerinnen und Bürger immer älter werden. Das hat zur Folge, dass das Ungleichgewicht nicht mehr tragbar ist. Zu wenig junge Menschen, die für eine viel zu große Anzahl an Menschen im Rentenalter zahlen müssen. Wie kann man dem entgegenwirken? Vor allem mit offenen Türen. Da es offensichtlich zu wenig Nachwuchs gibt, müssen Menschen aus anderen Ländern zuwandern und dazu darf Migration nicht mit einem negativen Image behaftet sein.

Weitere Anreize schaffen

Auch für Frauen ist die Entscheidung, Mutter zu werden, oftmals mit unliebsamen Konsequenzen verbunden. Wenn man sich als Frau gegen die Karriere und für das Muttersein entscheidet, dann ist der Einstieg in das Berufsleben später gar nicht mehr so einfach. Das liegt vor allem daran, dass es oftmals nicht ganz so reibungslos geschieht, wie es eigentlich sollte. Jedoch versucht man auch hier, sich für mehr Anreize stark zu machen. Denn wenn das Elternwerden auch in Deutschland Pluspunkte bietet, die für eine Familienplanung sprechen, gelingt vielleicht auch der Spagat zwischen Beruf und Familie besser. Finanzielle Anreize, wie das Elterngeld, haben im Jahr 2007 nicht wirklich einen Geburtenboom ausgelöst. Aus diesem Grund bleibt außer Frage, dass man sich verstärkt auf neue Anreize oder aber steigende Zuwanderungszahlen fokussieren muss.

Prognosen zeigen, wie kritisch die Lage ist

Das statistische Bundesamt hat sich mit dieser Frage auseinandergesetzt und Zahlen veröffentlicht, die sehr erschreckend sind. Hierbei wird der heutige Stand der Geburtenzahlen als Ausgangspunkt verwendet, um eine Prognose für das Jahr 2060 erstellen zu können. Denn dann soll die Gesellschaft im Schnitt nicht nur deutlich älter sein. Die Zahl der Bürgerinnen und Bürger soll von 82 Millionen auf nur noch 67 Millionen sinken und daran werden die steigenden Geburtenzahlen nichts mehr ändern können. Es drücken also mehr Schuhe als es scheint und eine wirkliche Besserung ist nicht in Sicht. Das Thema ist vor allem in Deutschland jedoch höchst kritisch und nicht auf Anhieb lösbar, daher muss es vor allem in der Politik vermehrt zum Thema gemacht werden.

Die Politik ist sehr an einer Lösung interessiert

Auch die Politik hat im Frühjahr 2017 ihren letzten Demografie-Gipfel abgehalten. Aufklärung ist hierbei genauso wichtig wie eine attraktivere Darstellung Deutschlands für Fachkräfte aus dem Ausland. Denn nur so kann man über kurz oder lang der Tendenz und den schrumpfenden Zahlen entgegenwirken.